Unser Dorf ist bekanntlich ein Ortsteil der Stadt Dillenburg und hat ca. 1100 Einwohner. Der größte Teil der Gemarkung (übrigens die zweitgrößte im alten Dillkreis) ist bewaldet, die höchsten Erhebungen sind die Eschenburg mit 589 m, die Hohe Koppe mit 540 m und der Sang mit 574 m Höhe.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Nanzenbach im Jahr 1255. Der Ort war bekannt für seine Kupfer- und Erzvorkommen. So verdienten bis zur Schließung der Grube „Königszug“ vor gut 40 Jahren die meisten Nanzenbacher als Bergleute ihren Lebensunterhalt. Der Alltag der Menschen war hart, denn neben der Arbeit auf „dr Grubb“ wurde auch noch Landwirtschaft betrieben, was an den meist steilen Berghängen sehr mühsam war. So kommt es wahrscheinlich auch, dass die Nanzenbacher im allgemeinen als etwas stur und wortkarg gelten. (was natürlich nicht stimmt, sie brauchen nur eine kleine Weile um „warm“ zu werden).

Das besondere an unserem Dorf ist unsere schnurgerade Hauptstraße mit seinen schönen Fachwerkhäusern. Alle stehen mit ihrem Giebel zur Straße hin und zwar immer „auf Lücke“ zum gegenüber liegenden Haus. Das hat seinen guten Grund. Denn bei einem Brand im Jahr 1772 wurden fast alle Wohnhäuser, damals noch mit Stroh gedeckt, vernichtet. Nanzenbach wurde wieder aufgebaut und zwar so, dass zum einen die Häuser weit genug entfernt voneinander lagen und außerdem konnte jeder seinem direkten Nachbarn in den Hof schauen und somit ein Feuer schnell erkennen. Alle neu erbauten Häuser hatten einen einheitlichen Grundriss und eine hohe Außentreppe mit „Vorhäuschen“. Daher auch der Name Treppcheshausen, den manche Nanzenbacher von Auswärtigen zu hören bekommen. Doch Nanzenbach besteht ja nicht nur aus seiner Hauptstraße. Viele Seitenstraßen sind im Laufe der Jahre dazu gekommen die fast alle eins gemeinsam haben: Sie führen bergauf!

Was gibt es noch bei uns im Dorf? Wir haben zum Beispiel gegenüber dem Dorfgemeinschaftshaus einen Schaustollen „Neue Muth“, in dem eine Szene unter Tage nachempfunden wird mit verschiedenen Bergbau-Utensilien. Ganz in der Nähe steht eine maßstabgetreue Nachbildung des Förderturms der ehemaligen Grube "Neue Muth" mit dazugehörigem Maschinenhaus im Maßstab 1:40.

 Im Jahr 2010 wurde der „Eschenburgpfad“ eingeweiht, ein Rundwanderweg, dessen Portal oberhalb der Nanzenbacher Kirche liegt. Die Wanderroute führt in Richtung " Wissenbacher Berg" weiter in östliche Richtung zur "Eschenburg" und auf der Südseite des Nanzenbachtals wieder bergab.

Nanzenbach hat noch immer, und hoffentlich noch lange, eine Grundschule, einen Kindergarten, ein Haushaltswarengeschäft, eine Metzgerei und vor allem einen Dorfladen. Hier wird nicht nur eingekauft, hier trifft man sich auch mal zu einem kleinen Plausch. Der Dorfladen, betrieben unter dem Dach der "Lebenshilfe", ist eine große Bereicherung für das Dorfleben, vor allem auch für die immer größer werdende Zahl von älteren Mitbürgern.

Etwas Positives gibt es noch zu vermerken: Seit 2013 ist in der ehemaligen Bäckerei eine Bücherei eingerichtet, eine der ersten Aktionen der "Dorferneuerung" . Sie wird ehrenamtlich von fünf Nanzenbacherinnen an zwei Werktagen in der Woche betrieben.